16. und 17. Mai 2017

Am Campground des Kluane Lake hatten sich im Laufe des Abends dann doch noch ein paar weitere Campmobile eingefunden. Kurt betätigte sich als ambitionierter Holzhacker (mit Muskelkater am nächsten Tag) und bald hatten wir ein tolles Feuer und ein Wildnis-Menue: Spareribs mit Spargelrisotto aus grünem Spargel.





Das dazugehörige Unterhaltungsprogramm lieferte unser amerikanischer Nachbar. Ein Riesengespann aus Truck und großem Wohnwagen, auf dem Dach ein Kanu und 2 Räder, im Truck saßen Mann, Frau und Hund. Innerhalb kürzester Zeit hatten sie drei Fahnen gehisst, 2 Solarpanele aufgestellt, etwas, was wie ein Dishwasher aussah, ein Willkommensschild mit ihrem Namen und dem Zusatz "We are friendly campers", einen Laufstall für den Hund und diverses anderes Equipment. Was man eben so braucht auf einem Campground im State Park. Dazu kamen lautstarke Begrüßungen (Howdy) und Unterhaltungen, ein riesiges Feuer obwohl sie im Camper saßen und weitere Kuriositäten. Crazy Guys!

Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem Kaffee in der Sonne auf in Richtung Tok. Wieder eine wundervolle Strecke mit atemberaubenden Ausblicken auf die Bergketten. Über uns zeigten zwei Weißkopfseeadler ihre Flugkünste. Alles was Kunstflugstaffeln an Volten drehen, haben sie diesen Vögeln abgeschaut. Faszinierend!
Außerdem hat Kurt mit Adleraugen auch noch unsere ersten beiden Elche (moose) entdeckt. Sie standen am und im Wasser eines Sees in einiger Entfernung. Sie sind sehr scheu und man bekommt sie nicht oft zu sehen.



Auf der Strecke noch auf kanadischem Gebiet dann auch ein weniger schönes Erlebnis. Wir sahen schon von weitem einen Schwarzbären auf der Straße unweit eines amerikanischen Trucks mit Wohnwagen. Alleine die Nähe des Bären zum Fahrzeug war schon ungewöhnlich, denn in der Regel verdrücken sich die Bären, sobald man ihnen zu nahe kommt.
Als wir an das Fahrzeug herangefahren waren, sahen wir, dass aus dem Auto heraus dem Bären etwas zu geworfen wurde. Sie haben den Bären mit Fressen zum Auto gelockt.
Das ist absolut verboten und kann zu einer großen Gefahr für andere und für den Bären selbst werden. Wenn die Bären auf diese Weise gelockt werden, können sie aggressiv werden und müssen dann getötet werden. Unverantwortlich und dumm so etwas.



Der Grenzübertritt in die USA ging dieses Mal flott, denn wir hatten das entsprechende Papier ja schon im Pass kleben und so wünschte er uns ganz entspannt nur einen guten Tag. Über Tok fuhren wir auf dem Alaska Highway No. 1 und suchten einen Campground für die Nacht. Das erwies sich als gar nicht so einfach, denn, wie uns eine der Campgroundbesitzerinnen erklärte, gibt es wegen des Permafrostbodens noch Probleme mit dem Wasser. Wenn sie die Leitungen zu früh frei geben, kann es bei den kalten Nächten noch zu Schäden kommen. Am Grizzly Lake fanden wir dann aber einen sehr schönen Platz und die nette Besitzerin bot uns eine Stellfläche ohne Wasser an. Für uns kein Problem - wir haben ja alles selbst an Bord und ein Plumpsklo gab es auch noch. Außerdem "Sweetness", einen allerliebsten weißen Hund, der den Platz grizzlyfrei hält. 



Begleitet von den Geräuschen eines Sees voller Enten, Schwänen und einer Bisamratte, hatten wir eine erholsame Nacht.

Heute ging es dann weiter in Richtung Anchorage. Den ganzen Tag fuhren wir entlang der Chugach Mountains, einer gewaltigen Bergkette mit vielen Gletschern, unter anderen dem Matanuska Glacier.






Kurz hinter Anchorage haben wir uns noch eine Auffangstation angeschaut, wo verletzte oder verstoßene Tiere aufgezogen und beherbergt werden. Unter anderen gab es dort Grizzlies zu sehen. 


Nach den ganzen Tierbegegnungen in freier Wildbahn hatte das aber zu sehr was von Zoo und wir machten nur einen Spaziergang über das Gelände und suchten uns dann einen Zeltplatz am Rande von Anchorage. Morgen wollen wir uns die Stadt anschauen, bevor es dann Richtung Denali Nationalpark geht. 

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