21.und 22. Mai 2017

Mit frisch gepackten Rucksäcken machten wir uns auf in die Alaskan Huskie Zuchtstation im Park. 
Auf dem Weg begegnete uns ein Elch, versteckt im Gebüsch. Nur seine große Nase ragte heraus.
Eine Rangerin informierte sehr kompetent und engagiert über das Programm der Huskie-Station des Parks. Die Station züchtet Hunde mit besonderen Eigenschaften, wie sie für die Winter in Alaska benötigt werden. "They would never win one of these beauty-contests for dogs but they are able to survive up to - 50° C." Wir durften die Hunde ein bisschen kennen lernen und streicheln und dann führten die Ranger vor, wie die Tiere vor einen Schlitten gespannt werden und was die Aufgabe der einzelnen Hunde ist. Im Winter besteht so ein Gespann aus 10 Hunden. Mangels Schnee wurde für die Vorführung nun auf einen Rollschlitten ausgewichen und dafür wurden 5 Hunde eingespannt. Bei der Energie und Schnelligkeit würde der Schlitten, respektive die Musherin in den Kurven ausgehebelt und einfach in den Büschen landen. Als klar war, dass es gleich losgehen würde, begannen alle Hunde ungeduldig zu jaulen. Die ganze Station war in Aufruhr. Die fünf ausgewählten waren voller Vorfreude und waren kaum zu bändigen. Dann ging es los und der Rollschlitten raste die Runde und man bekam eine Vorstellung davon, wie es im Winter abgeht. Die Rangerin erklärte dann noch die Aufgaben der Hunde. Da nur ein kleiner Teil des Parks motorisiert befahren werden darf, kommt den Hunden die Aufgabe zu, Baumaterial oder wissenschaftliches Gerät (Erforschung der Gletscher) in die Weiten des Parks zu transportieren. Eine ökologische Art des Transports. Wenn die Tiere zu alt werden, werden sie an Privatpersonen abgegeben, die zwei Voraussetzungen erfüllen müssen: 1. Sehr aktiv zu sein, denn diese Hunde brauchen extrem viel Bewegung und 2. in einem kalten Gebiet zu wohnen: "Montana ist the last possibility. If you are from Florida - sorry no chance!!"






Wie geplant machten wir uns dann bei bestem Wetter auf einige der Trails im Park, die alle sehr gut ausgeschildert und begehbar sind, mit teilweise tollen Aussichten auf die Berge. Schokolade hatten wir keine dabei, es verlangte aber auch kein Bär danach. Abends wurde das Wetter schlechter und Regen zog auf. Wir hatten wahnsinnig großes Glück mit unserer Planung für den Park, denn der Samstag war, anders als eigentlich vorausgesagt, wirklich der schönste und klarste Tag. Eine der Rangerinnen hatte uns zuvor schon erklärt, dass das Wetter im Denali eigentlich nicht vorherzusagen sei. Durch die Höhe der Berge mache sich der Park sein eigenes Wetter und das könne ständig wechseln. Man muss eben Glück haben.....


Heute starteten wir, auch bei Regen, in Richtung Fairbanks. Ähnlich wie Anchorage keine Schönheit aber eine gute Versorgungsstation. Fairbanks wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet und spielte immer eine untergeordnete Rolle. Erst im Zuge der Konstruktion der Trans-Alaska Pipeline gewann das Städtchen an Bedeutung für die Region. Man kann sich diese Pipeline an einigen Stellen näher ansehen. Durch sie wird das Öl aus dem hohen Norden nach Valdez transportiert (noch gut bekannt wegen des Tankerunglücks der Exxon Valdez 1989, bei dem 41 Mio Liter ausgelaufenes Rohöl 2.000 km Küstenlinie verseuchten).



Wir fuhren noch ein Stückchen weiter an Delta Junction und dem Ende des Alaska Highways vorbei in Richtung Tok. Der Alaska Highway verbindet auf 1390 Meilen Dawson Creek (British Columbia) und Delta Junction (Alaska). Durch Berge und auf höchst instabilem Untergrund wurde diese Verbindung in einem großen Kraftakt 1942 in nur sechs Monaten gebaut. Jedes Jahr müssen die Schäden des Winters während der Sommermonate repariert werden und so bleibt die Instandhaltung des Alaska Highway eine anhaltende Herausforderung.


Kurz hinter Delta Junction stürmte plötzlich ein Elch vor uns aus dem Dickicht heraus und überquerte den Highway. Unser 5. Elch in diesem Jahr und diesmal nicht im Gebüsch versteckt:



Wir haben am Moon Lake einen schönen Platz direkt am Ufer gefunden. Die Sonne scheint seit heute Mittag bei 19 Grad, Kurt hat schon Holz gehackt und gleich wird wieder angefeuert. Wieder ein herrlicher Platz - wir haben echt Glück. Der Blog kann heute um 19 Uhr im Sonnenschein geschrieben werden


Auch um 20.00 Uhr scheint die Sonne noch. Das heisst für uns: Abendessen outdoor genießen:


Nachtrag: Als Kurt gegen 22.30 Uhr nochmal die Tür des Campers öffnete um nach draußen zu gehen, stand ein Schwarzbär nur ca. 18 Meter entfernt am Baum. Beide, Mensch wie Bär, erschraken sich ob der unerwarteten Begegnung. Der eine schrie: "Ein Bär, ein Bär, da steht ein Bär!", der andere suchte im Galopp das Weite den Hügel hinauf. Bis ich zur Tür kam, konnte ich nur noch sein schwarzes Hinterteil im Birkenwald verschwinden sehen. Seither wird die Campertür immer in gespannter Neugier geöffnet: "Ob er wohl wieder da ist?"

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